Offener Brief

 18. April 2018

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwohner,

mich erreichen viele Fragen zu unseren Plänen für den Standort Gladau. Gerne möchte ich in meiner Funktion als Vorsitzender der Geschäftsführung der LFD Holding GmbH in aller Offenheit dazu Stellung nehmen.
Vielleicht vorab: was bedeuten das Jerichower Land und unsere Standorte hier für die LFD?
Wir haben hier zum einen vier unserer wichtigsten Ställe, unsere Zentrale, den hauptsächlichen Firmensitz und zahlreiche engagierte Mitarbeiter. Als bundesweit tätiges Unternehmen mit 22 Betriebsstätten beschäftigen wir hier in der Region über 130 Mitarbeiter. Da sind 42 Mitarbeiter in der Zentrale bei Genthin und 90 Mitarbeiter in den Ställen im Landkreis sowie eine ganze Anzahl von Subunternehmern und Zulieferern, mit denen wir zusammenarbeiten. Außerdem führen wir ca. 90 Prozent der Steuern der gesamten Gruppe in Genthin ab, darunter im Schnitt in der Vergangenheit (2005 bis 2014) rund 430.000 Euro Gewerbesteuer pro Jahr. Hinzu kommen anteilig Einkommens- und Körperschaftssteuer, sowie Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge.

Die Anlage in Gladau hat in der Vergangenheit für viel Unzufriedenheit und Auseinandersetzungen mit den Anwohnern gesorgt, was ich verstehen kann. Das war vor allem der Art und Weise geschuldet, wie der frühere Eigentümer der Anlage diese betrieben und entwickelt hat. Nachdem wir 2015 die Verantwortung für die Anlage übernommen haben, will die LFD Holding GmbH nun einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen und auf Basis von offener Kommunikation und transparenter Verständigung eine zukünftig für die Anwohner wie auch für das Unternehmen tragbare Lösung finden. Das soll mit einem im Oktober 2017 begonnenen Verfahren zur Erzielung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans erreicht werden.
Der Bebauungsplan für unseren Standort Gladau, den wir bei der Stadt Genthin eingereicht haben, sieht Folgendes vor: Die LFD plant etwa ein Drittel der installierten und bis Mitte 2015 genutzten Kapazitäten in Gladau abzubauen. Aktuell werden in Gladau von den 13.750 installierten Plätzen 7.200 genutzt, jedoch alle ohne Abluftreinigung. Wir wollen somit 4.000 der installierten 13.750 Plätze zurückbauen und statten direkt alle dann noch betriebenen Ställe mit Abluftreinigung aus – dadurch minimiert sich die Geruchsimmission für Gladau umgehend gegen null.
Die 4.000 nicht mehr benutzten Plätze werden auch physisch zurückgebaut bzw. unbenutzbar gemacht. Zur Verhinderung einer Nutzung von mehr Sauen als den 9.750 Sauen zzgl. deren Nachzucht vereinbaren wir mit der öffentlichen Hand eine empfindliche Strafbewehrung bei Missachtung der Deckelung.
Wir ändern ebenfalls die Art der Gülletransporte (Reduktion der Transporte und der Geräuschbelastung) wie auch die Technik der Trocknung der Silos (Reduktion der Geräusche). Die Zufahrt zum Betrieb soll direkt über den kurzen Weg zur L52 erfolgen, also erst einmal weg von der Ortschaft Gladau.
Insgesamt müssen wir für diese Maßnahmen kurzfristig 2,5 Mio. Euro investieren. Um eine wirtschaftliche Chance zu haben, diese Investition wieder zurückzuverdienen, müssen wir die Anzahl der Sauen wie vorgeschlagen von 7.200 auf maximal 9.750 Sauen aufstocken.
Die Anlage in Gladau ist mit rd. 20 Prozent unseres Umsatzes für die LFD Holding wie auch die Region ein existenziell wichtiger Standort und muss auf eine für alle Seiten berechenbare Grundlage gestellt werden.

Der aktuell von außen als solcher wahrgenommene Konflikt mit der Stadt Genthin und der lokalen Öffentlichkeit über den Umfang des Gladauer Standortes stammt – wie gesagt – noch aus Zeiten unseres Vorbesitzers. Hier seien sie erneut versichert, dass dieser weder direkt noch indirekt am Unternehmen beteiligt ist oder etwaige Rückkaufsrechte besitzt.
Richtig ist, dass die LFD Holding derzeitig auf der Suche nach einem neuen Gesellschafter ist, der die Arbeit der letzten drei Jahre weiter fortsetzt, das Unternehmen als Ganzes fortführt und zu einem Premium-Hersteller von Mehrwert-Schweinefleisch weiterentwickelt. Damit wird das Unternehmen als Ganzes weiterentwickelt und es werden Arbeitsplätze in Genthin und dem Jerichower Land gesichert. Dieser Prozess läuft seit Jahresanfang und soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Mein Appell an Sie:

Wir sind überzeugt, dass wir den Standort Gladau mit unserem Konzept in eine nachhaltige wirtschaftliche Zukunft und eine bessere öffentliche Akzeptanz führen können – direkt vor Ort wie im Jerichower Land. Unsere vielfältigen Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls in unseren Anlagen können Sie in unserem am 1. März 2018 erstmals vorgelegten Nachhaltigkeitsreport einsehen unter www.lfd-holding.com.

Es ist mir ein persönliches Anliegen, in dieser Sache zu einer für alle Parteien zufriedenstellenden Lösung zu gelangen. Dies kann aus meiner Sicht durch einen langfristig angelegten Kompromiss zwischen der LFD Holding, der Stadt Genthin und den Bewohnern der Gemeinde Gladau gelingen. Der von der LFD für Gladau eingereichte Antrag trägt diesem Gedanken aus unserer Sicht Rechnung.

Wie gewohnt stehe ich auch weiterhin für einen Dialog mit allen Beteiligten zur Verfügung.
Gerne stellen sich meine Person sowie unser lokaler Geschäftsführer, Herr Matthias Dahms, bei einem „Tag des offenen Hoftores“ in der Betriebsstätte Gladau Ihren Fragen. Wir bieten dafür zwei Termine an: am Montag, den 23. April von 16-18 Uhr (nachmittags) und am Dienstag, den 24. April von 18-20 Uhr (abends). Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir bitten gleichwohl um Verständnis, dass aufgrund der sehr strengen behördlichen Hygienevorschriften (Beim Betreten der Stallanlage muss geduscht werden!) der Zutritt zu den Stallanlagen nur nach vorheriger Absprache möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen

Jörn F. Göbert
Vorsitzender der Geschäftsführung der LFD Holding GmbH

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