LFD Holding GmbH

Nachhaltigkeit

Tierwohl - Produktqualität - Umwelt - Mitarbeiter - Markt - Öffentliches Engagement

Säulen der Nachhaltigkeit

Wir stützen das Nachhaltigkeitskonzept der LFD Holding GmbH auf sechs Säulen – Tierwohl, Produktqualität, Umwelt, Mitarbeiter, Markt und öffentliches Engagement. All diese Bereiche leisten ihren ganz eigenen und entscheidenden Beitrag zum Erfolg des Unternehmens und sind für uns daher von großer Bedeutung. Das Tierwohl steht dabei jedoch nicht nur im vorliegenden Bericht an erster Stelle, sondern hat auch für unser tägliches Arbeiten oberste Priorität. Das Wohlergehen der Tiere hat schließlich auch den größten Anteil daran, dass unsere Ferkel zu vitalen und robusten Tieren herangezogen werden können, die letztendlich qualitativ hochwertiges Schweinefleisch liefern. Mit erprobten Zuchtmethoden und einem schonenden Antibiotikaeinsatz unterstützen wir diesen Prozess. Am Thema Umwelt kommt zu Zeiten von Klimawandel und Erderwärmung kein Unternehmen vorbei, das langfristig bei Kunden und Endverbrauchern bestehen will. Deshalb lesen Sie auf den folgenden Seiten auch, welche Maßnahmen die LFD zum Schutz der Umwelt ergreift. Da ein Unternehmen nur so gut ist wie seine Mitarbeiter, nehmen wir diesen Bericht auch zum Anlass, der Belegschaft für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohl der LFD Holding zu danken. Wir wollen auch in Zukunft ein verlässlicher Partner am Markt für die Schweinewirtschaft bleiben und so haben wir ein Konzept entwickelt, das die Angliederung kleinerer Betriebe an die Unternehmensgruppe erlaubt und kleinbäuerliche Strukturen in ländlichen Gebieten schützt. Als führender Ferkelzüchter in Deutschland ist es uns nicht zuletzt ein Anliegen, die Branche aktiv zu gestalten. Deshalb gehen wir konsequent mit Anregungen, politischen Forderungen und Kritik in den öffentlichen Diskurs.

Nachhaltigkeit

Tierwohl

Verantwortung beginnt in unseren Ställen. Deshalb legen wir besonderen Wert darauf, unsere Tiere sicher, artgerecht und gesund zu halten. Als größter Ferkelzüchter in Deutschland sehen wir uns in der Verantwortung beim Thema Tierwohl als Branchenvorbild voranzugehen und Maßstäbe zu setzen. Nicht trotz, sondern auch gerade weil wir als Großbetrieb die Verantwortung für eine Vielzahl an Tieren tragen, unternehmen wir umfangreiche Anstrengungen zum Wohle jedes einzelnen. In 2017 haben wir verstärkt Umbaumaßnahmen in unseren Ställen vorgenommen, um die Lebensqualität der Tiere weiter zu steigern. Besonders stolz sind wir auf die Fortschritte, die wir beim umstrittenen Thema Kastenstand zum Wohl unserer Sauen bereits praktizieren.

Unser Tierwohlkonzept ist darauf ausgerichtet, Folgendes sicherzustellen:

  • Eine physische Umgebung, die den Bedürfnissen der Tiere entspricht und das natürliche Verhalten der Tiere fördert
  • Rund um die Uhr Zugang zu sauberem Wasser und hochwertige Futtermittel, um den Nährstoffbedarf zu decken
  • Humane Behandlung von Tieren, die ihr Wohlbefinden verbessert und geltende Vorschriften einhält
  • Identifizierung und angemessene Behandlung von Tieren, die medizinische Versorgung benötigen
Tierwohl

Kastenstand

Die lange Fixierung der Sauen in Kastenständen ist in der Öffentlichkeit zu Recht stark umstritten. Zu eng, zu wenig Bewegung, zu wenig Liegefläche – das sind die gängigsten Argumente der Gegner. Bei der LFD sieht man die Zukunft im maximalen Verzicht auf den Kastenstand. Das derzeit branchenweit etablierte Model sieht vor, dass die Sauen jährlich insgesamt 91 Tage im Kastenstand verbringen. Durch umfangreiche Umbaumaßnahmen und die konsequente Umsetzung unseres Gruppenhaltungskonzeptes ist es der LFD gelungen, die Standzeit in vielen Betrieben bereits auf 19 Tage p.a. zu reduzieren. Ausgehend von jährlich 2,4 Trächtigkeitszyklen und einer maximal notwendigen Fixierung während der Rausche von vier Tagen pro Zyklus halten wir eine dauerhafte Reduzierung der Standzeiten pro Sau und Jahr auf maximal zehn Tage für machbar und erstrebenswert. Nach erfolgter Besamung können die Tiere dann bei der LFD direkt zurück in die Gruppen gehen. Unser Ziel ist es, den Anteil der Sauen, die bereits von unserem neuen Gruppenhaltungskonzept profitieren, im Jahr 2018 weiter zu erhöhen. Dabei achten wir auf möglichst stabile Gruppen, um die Beeinträchtigung einzelner Tiere durch Rangkämpfe zu minimieren. Sauen sind keine Pazifisten …

Tierwohl

Licht

Das Lichtkonzept in den Ställen der LFD trägt maßgeblich zur artgerechten Haltung bei. Moderne Lichtanlagen sorgen hier für eine durchgehend einheitliche Beleuchtung. Durch die Umrüstung unserer Ställe auf LED-Beleuchtung möchten wir angenehmere Helligkeit für unsere Tiere schaffen und können zudem den Energieverbrauch um ca. 70 Prozent senken. So tun wir nicht nur den Schweinen, sondern auch der Umwelt etwas Gutes. Im Jahr 2017 konnten wir fünf Prozent unserer Anlagen auf LED-Technik umstellen. Hierfür wurden bereits Mittel in Höhe von 142.000 € aufgewendet. Bis Ende des Jahren 2018 wollen wir den Anteil an LED-Beleuchtung in unseren Ställen auf 15-20 Prozent erhöhen.

Tierwohl

Tötung

Es gibt bestimmte Umstände in der Tierhaltung, die es leider unvermeidbar machen, dass die Mitarbeiter eines unserer Tiere töten müssen, weil es über kurz oder lang nicht überlebensfähig ist – typischerweise geschieht dies nach Verletzungen oder nicht therapierbaren bzw. austherapierten Krankheiten.

Humane Tötungsmethoden sollen dabei Folgendes sicherstellen:

  • Die Minimierung von Schmerzen und Stress für das Schwein während der Betäubung
  • Einen möglichst schnellen Bewusstseinsverlust
  • Einen schnellen und schmerzlosen Tod

Das Töten unterliegt bei uns klaren und strengen Vorgaben:

  • Ausschließlich unter Anweisung der Tierärzte
  • Nach zertifizierten und vorgegebenen Mitteln, die sicherstellen, dass das Tier zuvor betäubt wird
  • Nur durch geschultes Personal
Tierwohl

Tierärztliche Versorgung

Je gesünder die Tiere, desto gesünder ist auch unser Unternehmen. Gesunde Ferkel sind robuster und wachsen besser; gesunde Säue produzieren größere und stärkere Würfe.
Unsere Tierärzte stellen solide Tierpflegepraktiken und eine gute Ernährung sicher, führen vorbeugende Gesundheitsuntersuchungen durch, autorisieren oder verschreiben Impfstoffe und Antibiotika und führen proaktive Untersuchungen zur Einschätzung möglicher Gesundheitsgefahren durch. Bei der tierärztlichen Versorgung legen wir besonderen Wert auf einen ganzheitlichen Blick auf Hygiene, Ernährung und Haltungsbedingungen. Behandlungsansätze sollen dabei möglichst ohne Antibiotika auskommen. Ein schonender und korrekter Einsatz von Antibiotika gilt schließlich als Ultima Ratio, wenn andere Behandlungs-methoden nicht von Erfolg gekrönt sind.
Konzeptionell sind wir in den vergangenen Monaten immer stärker dahin gegangen, dass wir Tierärzte vermehrt selber anstellen und so die Frequenz der Tierärzte an den Standorten erhöhen. Waren wir 2016 noch zu 100 Prozent auf die Hilfe von externen Tierärzten angewiesen, so hatten wir Ende 2017 bereits 25 Prozent unserer Tierbestände in interner Behandlung. Nichtsdestotrotz legen wir weiterhin sehr großen Wert auf die fachkundige Unterstützung durch externe Tierärzte.

Nachhaltigkeit

Produktqualität

Natürlich ist es für uns als Teil der Lebensmittelkette eine unserer größten Aufgaben, die Sicherheit und Qualität der von uns gezüchteten Ferkel zu gewährleisten. Deshalb steht das Wohl der Tiere bei uns nicht nur aus ethischen Gründen an erster Stelle. Ein Schwein, das sich wohlfühlt, das gesund ist und das stressfrei aufgezogen wird, liefert letztendlich auch gutes Fleisch. So tragen unsere Tierwohlaktivitäten auch dazu bei, unseren Kunden und dem Verbraucher das bestmögliche Produkt liefern zu können.
Heute sind wir mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Immer mehr Menschen wollen wissen, woher ihr Essen kommt und wie es hergestellt wird. Sie möchten transparent und zuverlässig darüber informiert werden, wie wir die Lebensmittelsicherheit gewährleisten und wie wir verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen. Wir wissen, dass Vertrauen, Transparenz und die Ausrichtung von Werten für unsere Kunden und die Verbraucher wichtiger denn je sind. Wir verpflichten uns selbst, diese Qualitäten zu liefern, um sicherzustellen, dass unsere Kunden die von der LFD gezüchteten Ferkel mit gutem Gewissen kaufen, zu robusten und vitalen Schweinen heranziehen und das Fleisch schließlich vertrauensvoll an den Verbraucher weitergeben können. Dabei sind wir aufgeschlossen für neue, innovative Wege, um auf dem neuesten Stand der Tierhaltung und der Wissenschaft zu bleiben – von den Futtersorten, die wir zur Verfügung stellen, bis hin zum Transport unserer Tiere.

Produktqualität

Zucht und Genetik

Zum Wohl der Tiere und zur Steigerung der Produktivität sind wir bei der LFD fortwährend bestrebt, die Zuchttechniken und Genetiken im Unternehmen zu verbessern. Unsere hauseigene Jungsauenaufzucht leistet dazu einen wichtigen Beitrag, denn so stellen wir die größtmögliche Kontrolle über die Genetiken in unserem Bestand sicher und sorgen dafür, dass nur die besten Tiere für die Produktion zur Verfügung stehen.
Weiterhin sind wir bestrebt, die Anzahl der Ferkel pro Sau pro Jahr konstant zu halten. Bei der natürlichen Versorgung der Ferkel durch die Muttersau ist ein Maximum bei 30-31 Ferkel erreicht. Statt die Stärke der Würfe künstlich durch Genetik in die Höhe zu treiben, legen wir Wert darauf, dass sowohl unsere Sauen als auch die Ferkel möglichst robust, vital und resistent sind. So kann die Sau die Jungtiere eigenständig ernähren und großziehen.

Produktqualität

Antibiotikaeinsatz

Uns ist sehr bewusst, dass potenzielle Antibiotikaresistenzen ein Problem für die allgemeine Gesundheit darstellen und das Thema in der Öffentlichkeit zunehmend mit Sorge betrachtet wird. Wir verfolgen daher einen streng kontrollierten Einsatz von Antibiotika, um unsere Tiere zu versorgen und unseren Kunden und den Verbrauchern höchstmögliche Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
Wir verwenden Antibiotika, wie von den Tierärzten unseres Unternehmens zugelassen oder vorgeschrieben, ausschließlich zur Bekämpfung und Behandlung von Krankheiten.

  • Krankheit kontrollieren. Im Falle des Ausbruchs einer bestehenden Krankheit verabreichen wir unseren Tieren für einen begrenzten Zeitraum Antibiotika, um die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung im gesamten Bestand zu verringern.
  • Krankheit behandeln. Wir verabreichen Antibiotika, um kranke Tiere zu behandeln.

Noch wichtiger als der Antibiotikaeinsatz ist für uns das frühzeitige Erkennen einer Krankheit und die Unterbringung der erkrankten Tiere in der Krankenbucht. Hier werden sie zur stressfreien Regeneration aufgenommen und stehen unter gesonderter Beobachtung. Die Maßnahme zeigt Erfolg: Zum Beispiel gehen 95 Prozent der erkrankten Säue, die in die Krankenbucht aufgenommen wurden, anschließend gesund zurück in die Gruppe.

Produktqualität

Value-Schwein-Konzept

Das Value-Schwein-Konzept ist ein ganzheitlicher Ansatz zur Verbesserung der Qualität für den Verbraucher sowie auch einer wirtschaftlichen Zukunfts-sicherung der Landwirte.

Wir sehen das Grundproblem der heutigen Produktion von Schweinefleisch in der Funktion des Marktes sowie der Art des Angebotes. Schweinefleisch wird heute be- und gehandelt wie Treibstoff: Die Qualität ist überall die gleiche und der Preis wird über Angebot und Nachfrage bestimmt. Das darf jedoch bei einem so wertvollen Nahrungsmittel nicht sein. Auf dem langen Weg von der Erzeugung bis auf den Teller verdient der Landwirt mit Abstand am wenigsten und steht dafür aber am stärksten in der öffentlichen Kritik. Wir Landwirte müssen die Chance bekommen, für wertigere Produkte auch gleichmäßigere und auskömmliche Margen zu erzielen.

Die Lösung dieser Problematik geht einzig über einen höheren Preis im Laden und eine gerechtere Verteilung der Erlöse entlang der Wertschöpfungskette. Das Value-Schwein soll daher vor allem dem Verbraucher einen tatsächlichen Mehrwert bieten, für den er gerne bereit ist, mehr zu bezahlen. Bei vielen anderen hochwertigen Lebensmitteln besteht diese Wahlmöglichkeit bereits.

Die LFD hat zum Thema nachverfolgbare Herkunft bereits in 2016 einen erfolgreichen Feldversuch mit 12.000 Tieren gemacht. Durch Nutzung moderner RFID- Technik konnte erreicht werden:

  • jedes dieser Tiere wurde mittels RFID-Ohrmarke individuell erfasst
  • es erfolgte eine reine medizinische Einzeltierbehandlung mit durchgängiger Dokumentation
  • die Daten jedes Einzeltieres können öffentlich zugänglich
gemacht werden
  • bleibende Herausforderung: Weiterführung der Nummern im Schlacht- und Verarbeitungsprozess!

In einem nächsten Schritt wird die LFD breite Versuche mit alten geschmacksorientierten Rassen durchführen.

Nachhaltigkeit

Umwelt

Bei der LFD vereinen wir sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte gewinnbringend. Ein effektives Umweltmanagement ist entscheidend für den langfristigen Erfolg und die Glaubwürdigkeit unseres Unternehmens. Wir arbeiten daran, unseren Einfluss auf natürliche Ressourcen in unserer Lieferkette zu minimieren. Dabei sind die Themen Regionalität, nachhaltige Gülleverwertung und der eigene Warentransport wegweisend für eine umweltbewusste Wertschöpfungskette.
Die LFD fühlt sich verpflichtet, die Geschäfte in einer Weise zu führen, die mit der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltbedingungen übereinstimmt. Geeignete Maßnahmen für diesen Zweck beinhalten die Modernisierung von Abluftreinigungsanlagen, Biogasanlagen und Fuhrparks. So haben wir im Jahr 2017 etwa 280.000 € in die Erneuerung der Kläranlage in Medow und insgesamt 2 Mio. € in die Anlagen zur Abluftreinigung in Demsin und Alt-Tellin investiert. Zudem haben wir einige offene Futteranlagen in geschlossene Behälter umgerüstet und dafür 450.000 € investiert. Durch Investitionen in die firmeneigene Infrastruktur leisten wir aktiv einen signifikanten Beitrag zum Schutz der Umwelt.
Neben unseren hauseigenen Biogasanlagen ermöglichen und teilweise betreiben wir Solaranlagen auf rund 60 Prozent der Dächer unserer Ställe. Die gesamte Menge an erzeugter Energie speisen wir ins Netz ein und stellen der Allgemeinheit so ökologisch produzierten Strom zur Verfügung.

Umwelt

Regionalität

Wir setzen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, indem wir lange Transportwege in unserer Lieferkette vermeiden und auf Regionalität setzen. Einen Großteil der Futtermittel, die wir für unsere Ferkel benötigen, versuchen wir rund um unsere Anlagen anbauen zu lassen. Den Rest kaufen wir direkt von Erzeugern vor Ort. Beispielsweise beziehen wir 100 Prozent der bei der LFD verbrauchten Zuckerrübenschnitzel regional aus deutschen Zucker-rübenfabriken. Ab der Sojaernte im September 2018 planen wir auch Sojabohnen aus deutschem Anbau lokal zu bestellen. Wir arbeiten in der Region mit verschiedenen Agrargenossenschaften, Agrar-gesellschaften und privaten Landwirtschaftsbetrieben zusammen. Diese liefern landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide und Mais an uns. Wir liefern Gülle und Gärrest als organischen Dünger an diese Betriebe. So stehen wir in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit und in kontinuierlichem Austausch mit regionalen Unternehmen.

Die LFD hat zum Thema nachverfolgbare Herkunft bereits in 2016 einen erfolgreichen Feldversuch mit 12.000 Tieren gemacht. Durch Nutzung moderner RFID- Technik konnte erreicht werden:

  • jedes dieser Tiere wurde mittels RFID-Ohrmarke individuell erfasst
  • es erfolgte eine reine medizinische Einzeltierbehandlung mit durchgängiger Dokumentation
  • die Daten jedes Einzeltieres können öffentlich zugänglich
gemacht werden
  • bleibende Herausforderung: Weiterführung der Nummern im Schlacht- und Verarbeitungsprozess!

In einem nächsten Schritt wird die LFD breite Versuche mit alten geschmacksorientierten Rassen durchführen.

Umwelt

Gülleverwertung

Wir betrachten Gülle und die darin enthaltenen Nährstoffe als wertvolle Ressourcen und nicht als unbrauchbares Abfallprodukt. Deshalb recyceln wir Nährstoffe in Gülle, indem wir sie als Dünger auf Ackerflächen verwenden. Innovative Technologien sorgen dafür, dass die Gülle in der Zisterne und während des Abtransports luftdicht verschlossen bleibt, um die Geruchsbelästigung für Anwohner rund um die Ferkelzuchtanlagen so gering wie möglich zu halten.
In unseren neun unternehmenseigenen Biogasanlagen an sieben LFD-Standorten wird ein großer Teil der Gülle außerdem dazu verwendet, Energie zu gewinnen. Der Anteil der eingesetzten Gülle an der Gesamtinputmenge für die Biogasanlangen beträgt 40 Prozent. Zusammen mit anderer Biomasse wird ökologischer Strom produziert, den wir zum Teil für unsere Stallanlagen verwenden und zusätzlich ins Netz einspeisen. Die Abwärme der Anlagen nutzen wir ebenfalls – als Heizung für die Ställe. Somit entsteht ein effektiver Kreislauf, in dem Wertstoffe und Energie möglichst gewinnbringend eingesetzt werden. Auf fossile Brennstoffe können wir weitestgehend verzichten.
Im Jahr 2017 erreichten unsere Biogasanlagen eine Auslastung von knapp 93 Prozent der förderfähigen Menge an eingespeistem Strom. Bei einem Mindest-minderungsgrad von 500 Gramm je erzeugtem Kilowatt ergibt sich eine Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen gegenüber der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen von insgesamt 22.610 Tonnen. Mit 17 Mio. Kilowatt Einspeisung war die Anlage in Gladau mit Abstand unsere produktivste. Das erklärte Ziel für 2018 lautet, die Auslastung der Anlagen an den Standorten Binde und Alt-Tellin weiter zu erhöhen, um so die CO2-Einsparung auf 27.000 Tonnen zu erhöhen.

Umwelt

Eigener Transport

Bei der LFD erledigen wir 90 Prozent unserer Ferkeltransporte selbst. Das gibt uns die maximale Kontrolle über die Einhaltung unserer Qualitätsstandards (Tierwohl / Hygiene / Gesundheit) bis zur Auslieferung der Ferkel an den Kunden. Jeden Monat absolvieren wir nicht weniger als 180 Transporte. Der Fokus auf der Verbesserung unseres Transportwesens leistet dabei einen wichtigen Beitrag für die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen. 2017 haben wir in die Erneuerung unseres Lkw-Fuhrparks investiert und weitere 32 Prozent der Diesel-Fahrzeuge von Euro-5- auf Euro-6-Norm umgestellt.

Nachhaltigkeit

Mitarbeiter

Wir wissen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer mehr Sinn und Verantwortung in ihrer beruflichen Aufgabe finden wollen. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Anstrengungen den Markt, die Umwelt und das Tierwohl betreffend in signifikantem Maße dazu beitragen, diesen Zweck zu erfüllen.
Außerdem ist uns bewusst, dass unsere fast 400 Beschäftigten unser größtes Kapital sind, und wir bemühen uns, ein angenehmes, faires und wertvolles Arbeitsumfeld zu schaffen. Es liegt in unserem Interesse, Mitarbeiter langfristig zu binden und in der Gestaltung ihrer Karriere zu fördern. Nur indem wir das volle Potenzial in ihnen freisetzen, können wir auch unser volles Potenzial als Unternehmen entfalten.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiter der LFD

Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in ländlichen Regionen zu Hause, in denen nicht selten begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen. Unsere Aktivitäten tragen auch zur wirtschaftlichen Stabilität und Entwicklung der lokalen Gemeinschaften bei, in denen wir Waren und Dienstleistungen kaufen und wo die Arbeitnehmer wohnen. Mit unseren elf Standorten stärken wir also ländliche Gebiete in Deutschland als Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum in signifikantem Maße.
Für die tägliche Arbeit und den Umgang mit den Tieren benötigen vor allem unsere Stallmitarbeiter gewisse Qualifikationen. Dazu gehören etwa der Besamungs- oder Tötungsschein. Außerdem bieten wir für angelernte Arbeitskräfte ein Training-on-the-job. Dafür haben wir eine Standard Operating Procedure entwickelt, die von den Betriebsleitern vor Ort durchgeführt wird und in kleinen Tätigkeitsschwerpunkten in verschiedenen Sprachen schult. So geben wir jedem Stallmitarbeiter die Chance, sich in neue Tätigkeitsfelder einzuarbeiten, mehr Verantwortung und andere Aufgaben-bereiche zu übernehmen.

Die Mitarbeiter/innen der LFD auf einen Blick:

  • 42 Mitarbeiter/innen in der Zentrale
  • 18 Betriebsleiter/innen
  • 45 Vorarbeiter/innen
  • 272 Produktions- und Stallarbeiter/innen

INSGESAMT: 377 Mitarbeiter/innen (Stand: Januar 2018)

Nachhaltigkeit

Markt

Der deutsche Schweinefleischmarkt ist zum jetzigen Zeitpunkt und wird auch in Zukunft starken Veränderungen unterworfen sein. Bis 2016/17 gab es statistisch gesehen einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage nach Schweinefleischprodukten in Deutschland. Dieselbe Anzahl importierter Tiere (ca. 15 Mio. jährlich) wurde schließlich geschlachtet wieder exportiert.
Seit etwa 15 Jahren erlebt die Branche eine Marktkonsolidierung, die vor allem durch die wachsende Nachfrage nach deutschen Ferkeln in großen Partien auf Mästerseite und anspruchsvollere Tierschutzbestimmungen von Seiten der Politik verursacht wurde. Die Konsolidierung geht mit einem kontinuierlichen Rückgang im Sauenbestand und der Anzahl der Sauenhalter, insbesondere Kleinbetrieben, einher. Bis zuletzt konnte dieser Rückgang durch Produktivitätswachstum bei den Sauen ausgeglichen werden. Diese Steigerung der Sauenproduktivität stagniert jedoch derzeit, während die Sauenbestände weiter sinken. Über kurz oder lang führt diese Entwicklung zu einem Nachfrageüberhang auf dem deutschen Ferkelmarkt.

Die Konsolidierung zeigt auch: Größere Betriebe haben entscheidende Wettbewerbsvorteile gegenüber kleinen Betrieben mit weniger als 500 Zuchtsauen. Sie profitieren von einer besseren technischen Ausstattung und Stallbelegung. Durch die Optimierung von Haltungsprozessen und der Gesundheitsversorgung der Tiere treten in Großbetrieben größere Würfe mit einer geringeren Verlustquote auf. Zudem können Großbetriebe größere einheitliche Partien anbieten, was sie für Kunden attraktiver macht. Durch ihre wirtschaftliche Robustheit sind Großbetriebe eher in der Lage, notwendige hohe Investitionen durch regulatorische Anforderungen oder Digitalisierungsbedarf abzufedern. Parallel dazu ermöglicht die Betriebsgröße eine dauerhafte (auch externe) Überwachung, laufende Investitionen und eine eigene tierärztliche Betreuung – Maßnahmen, die in der Summe zu zusätzlichem Tierwohl führen.

Um dem zunehmenden Höfesterben in Deutschland im Zuge der Markt-konsolidierung entgegenzuwirken, hat die LFD ein Betreibermodell entwickelt, das die Produktion in Deutschland sichern und Importe aus dem Ausland begrenzen soll. Die LFD will kleinen Familienunternehmen ihren Marktzugang und die Faktorkostenvorteile zur Verfügung stellen, um sie an das Unternehmen anzubinden. Auf diese Weise kann die LFD, den angegliederten Betrieben eine solide Existenzgrundlage geben und sie effizient am Markt erhalten. Innerhalb dieses Partnering-Modells stellt die LFD den Rahmen in Form von Genetiken und Futter zur Verfügung, während die Partnerbetriebe jedoch ihre Eigenständigkeit behalten. Wir sind überzeugt, dass dieses Modell für viele Betriebe in ländlichen Regionen eine überaus attraktive und nachhaltige Alternative zur Geschäfts-aufgabe darstellen kann.

Nachhaltigkeit

Öffentliches Engagement

Als verantwortungsbewusstes und führendes Unternehmen sehen wir es als unsere Pflicht an, uns in den öffentlichen Diskurs innerhalb unserer Branche aktiv einzubringen. Der vorliegende Report ist ein zentraler Bestandteil der Strategie, das Image der Schweinewirtschaft in Deutschland und Europa nachhaltig zu stärken. Des Weiteren wollen wir verlässliche ökonomische, ökologische und arbeitstechnische Standards etablieren, die der Branche langfristige Planungssicherheit gewährleistet. Die Stimme der Praxis benötigt in Entscheidungsverfahren über künftige Regelungen ein gesondertes Gehör und trägt maßgeblich zu praktikablen und verträglichen Lösungen bei.
Zu diesem Zweck sind wir fortwährend bestrebt, die öffentliche Auseinandersetzung mit Verantwortungsträgern zu verschiedensten Themen zu suchen. Einen umfassenden Einblick über die Themen, die wir regelmäßig öffentlich zur Disposition stellen, finden Sie auf unserer Internetseite unter lfd-holding.com/aktuelles.
Ein derzeit hochbrisantes und aktuelles Thema stellt die Bedrohung der deutschen Schweinehaltung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) dar, die sich aktuell aus Osteuropa kommend auf dem Vormarsch befindet. Hier arbeitet die LFD federführend mit Landwirten aus dem Landkreis Jerichower Land zusammen, um ein Ausbrechen der gefährlichen Tierkrankheit zu verhindern. Zunächst wurden dazu finanzielle Mittel für den Abschuss von Schwarzwild im Land Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt und ein deutlicher Appell an die Landesregierung gerichtet, die Maßnahmen zur Eindämmung der Bedrohung durch die ASP zu intensivieren. Im laufenden Kalenderjahr 2018 sind unter Einbeziehung wichtiger Stakeholder-Gruppen weitere Aktionen zu diesem Thema geplant.

Den kompletten Nachhaltigkeitsreport 2018 der LFD Holding GmbH lesen Sie hier:

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